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Studienreise 2010 Niederösterreich |
Study trip 2010 Lower Austria |
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Thema: Restgefährdung und Risikobetrachtungen im Bereich des Schutzes vor Naturgefahren
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| Erfolgreicher Rückblick |
Die Studienreise 2010 konnte Ende Juni, Anfang Juli im Raum Altlengbach zur Zufriedenheit aller Teilnehmer abgewickelt werden. Das höchst aktuelle Thema wurde in unzähligen Diskussionen erörtert.
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| Das war das Programm der Studienreise |
Mittwoch, 30.06.2010
10.00 Uhr Treffpunkt Gemeindeamt Altlengbach, 3033 Altlengbach 93
10:00 – 10:30 Uhr Begrüßung, Einführung und Programm
10:30 – 14:00 Uhr Hochwasserschutz Altlengbach, Gde. Altlengbach
14:00 – 15:00 Uhr Mittagspause/ Mostheuriger
15:00 - 16:30 Uhr Schutzprojekt Unfalthsgraben, Gde. Altlengbach
16:30 Uhr Bezug der Quartiere, Hotel Steinberger, 3032 Eichgraben, Hauptstraße 34
17:30 - 20:00 Uhr Einheitliches Bemessungsereignis, Seltene Ereignisse,
Workshop zum Thema Restgefährdung bei unterschiedlichen Prozessen
20:00 Uhr Abendessen
Donnerstag, 01.07.2010
08:00 - 08:30 Uhr Rückschau und Zusammenfassung Tag 1
08:30 - 12:00 Uhr Risiko: Definitionen, vorhandene Inhalte in WLV, EU-HWRL - Herausforderungen, Darstellungsmöglichkeiten
12:00 - 13:00 Uhr Mittagessen
13:00 - 14:15 Uhr Versicherbarkeit von Naturgefahren und operatives Risikomanagement aus der Sicht eines Erstversicherers
14:30 Uhr Abfahrt nach Weißenkirchen a.d. Donau
16:00 - 18:00 Uhr temporärer Hochwasserschutz Donau und Zubringer Grubbach, Gde. Weißenkirchen
18:30 Uhr Abendveranstaltung beim Heurigen
Freitag, 02.07.2010
09:00 - 09:15 Uhr Zusammenfassung der Studienreise
09:15 - 09:30 Uhr Impulsreferat zum Thema "Ist die Gefahrenabwehr der WLV noch zeitgemäß?"
09:30 - 11:30 Uhr Moderierte Diskussion zum Thema des Impulsreferats
11:30 Uhr Zusammenfassung, Abschluss der Studienreise
12:00 Uhr gemeinsames Mittagessen
13:00 Uhr Jahreshauptversammlung des Vereins der DI der WLV
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| Bericht zur Studienreise |
Die Exkursionspunkte Lengbachl in Altlengbach und Donau bzw. Grubbach in der Gde. Weißenkirchen zeigten die Schwierigkeiten bei der Errichtung von permanenten und temporären Hochwasserschutzmaßnahmen und dem hydrologischen Zusammenspiel verschiedener Teileinzugsgebiete. Das Restrisiko im Bereich der Donau wurde von den Teilnehmern als sehr kritisch betrachtet, zumal auch der seitlich einstoßende, geschiebeführende Grubbach bei der Errichtung der temporären Maßnahmen noch nicht berücksichtigt wurde. Das vielfältige Zusammenspiel von Retentionsmaßnahmen bei nur gering verfügbaren Stauräumen und den erforderlichen Längsmaßnahmen in Siedlungsbereichen beherrschte die Diskussion in Altlengbach. Als wichtiges Instrument für den Betrieb von Retentionsanlagen wurden einhellig die Beckenbücher für die Konsenswerber erkannt. Am Unflathsgraben wurde die Möglichkeit von geschiebebewirtschaftenden Schutzmaßnahmen bei nur geringem Schadenspotenzial erörtert und der Gebietsbauleitung ein mögliches Schutzkonzept vorgeschlagen.
Die im Rahmen der Exkursionspunkte geführte Diskussion über das Thema Restgefährdung kam zu keinem einheitlichen Bild. Mit dem Gefahrenzonenplan haben wir zwar ein sehr wichtiges Instrument für die Raumplanung, ob dieser jedoch geeignet ist, allfällige Restgefährdungen darzustellen, gingen die Meinungen auseinander. Dies beinhaltet auch die Frage ob das im GZP dargestellte 150-jährliche Ereignis das dafür probate Bemessungsereignis ist oder aber ein selteneres Ereignisse (T300, Textrem) für die Beurteilung der Restgefährdung herangezogen werden sollte (vgl. EU-HWRL). Vielfach wurde zum Ausdruck gebracht, dass für die betroffene Bevölkerung die Darstellung der Gefährdung eines häufigeren Ereignisses (z.B. T30) zielführender wäre. Dies ist natürlich auch unmittelbar mit der Darstellung der Schutzwirkung von Verbauungen verknüpft. Ob diese im Gefahrenzonenplan dargestellt werden soll – in welcher Form auch immer – konnte ebenfalls nicht abschließend geklärt werden. Wichtig erscheint den Teilnehmern jedoch, dass die Gefahrenzonen vor und nach Verbauung im GZP-Operat (in unterschiedlichen Beilagen) vorhanden sein müssen.
Abgerundet wurde dieser Themenkomplex durch einen Vortrag zum Sicherheitskonzept der österr. Staubeckenkommission. Dieses basiert auf einem 3-Säulen-Modell, das eine konservative Konstruktion, die laufende Überwachung und eine Störfallvorsorge vorsieht. Mit der Erstellung von Beckenbüchern bei HW-Retentionsanlagen der Wildbach- und Lawinenverbauung können auch wir dieses Konzept umsetzen.
Als Ergänzung fungierte die erstmalige Vorstellung der mit den Kollegen der BWV und des HZB erarbeiteten Vorgangsweise zur Ermittlung eines einheitlichen Bemessungsereignisses im Kollegenkreis. Dies wurde positiv aufgenommen und wird in Ansätzen in einzelnen Bundesländern bereits praktiziert.
Der Begriff Risiko und die damit verbundene Thematik wurden uns sehr gut näher gebracht. Nach den Definitionen und unterschiedlichen Zugängen aus natur- und sozialwissenschaftlicher Sicht sowie aus Sicht der Ökonomie wurden die Anknüpfungspunkte in der täglichen Arbeit der Wildbach- und Lawinenverbauung mit der Gefahrenzonenplanung und Kosten-Nutzen-Untersuchung herausgearbeitet. Eine sehr gute Ergänzung bot der Vortrag zum Thema Risiko aus Sicht eines Versicherers. Klar zum Ausdruck kam, dass alpine Naturgefahren derzeit noch eine untergeordnete Rolle im Gegensatz zu Sturm und Hagel für die Versicherungen spielen. Mit der Erstellung von HORA und den laufenden Diskussionen über eine Solidarversicherung wie bspw. in der Schweiz bleibt die Versicherungswirtschaft in diesem Feld aktiv.
In der Abschlussdiskussion zum Thema „Ist die Gefahrenabwehr der WLV noch zeitgemäß“ zeigte sich, dass die Wildbach- und Lawinenverbauung das Thema Risiko und den Umgang damit für sich noch nicht fachlich sauber definiert hat. Wir schaffen mit unseren Maßnahmen zwar Sicherheit, haben jedoch keine einheitliche Sprache bei der Thematisierung einer Restgefährdung/eines Restrisikos. Im Zuge der laufenden Diskussionen zur Umsetzung der EU-HWRL in Österreich und möglicher Konsequenzen für die Gefahrenzonenplanung (häufige und seltene Ereignisse, Einbeziehung des Schadenpotenziales) wird sich auch die Wildbach- und Lawinenverbauung intensiv damit befassen und entsprechende Lösungskonzepte bzw. Vorgangsweisen erarbeiten müssen.
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| Dokumentation der Studienreise |
Eine Dokumentation der Studienreise erfolgt im Heft 167 der Zeitschrift Wildbach- und Lawinenverbau anhand von Berichten zu den einzelnen Themenschwerpunkten.
Das Heft 167 wird im Frühjahr 2011 erscheinen. |
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