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Winterstudienreise 2008 - Tirol
Winterstudienreise 2008 - Tirol
Study trip in winter 2008 Tyrol
   
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Erfolgreicher Rückblick: Die Winterstudienreise 2008 nach Tirol konnte in der ersten Aprilwoche erfolgreich durchgeführt werden.

Die große Teilnehmerzahl und die intensiven fachlichen Diskussionen dokumentierten das Interesse an den gewählten Themen Technischer Lawinenschutz, Lawinenerlass, Gefahrenzonenplanung und der Lawinensimulation.
 
Das war das Programm der Studienreise: Dienstag, 01.04.2008

13:30 - 16:30 Uhr Testfeld Schneenetze Hafelekar, Veranlassung, Technische Details, Methoden, Ergebnisse, Vergleiche Stahlschneebrücken vs. Netze, Technische Standards, Erfahrungen aus den Sektionen
16:30 - 17:00 Lawinenerlass Nordkettenbahn mit anschl. Diskussion


Mittwoch, 02.04.2008

08:00 – 14:30 Uhr Gefahrenzonenplanung: Berücksichtigung von Simulationen, Wirkung von Verbauungen
Exkursionspunkt 1: Arzleralm-Lawine, Stadtgemeinde Innsbruck
Exkursionspunkt 2: Aherbachlawine, Gemeinde Gries im Sellrain
15:30 – 16:45 Uhr Geführte Diskussion zu den Exkursionspunkten, Berücksichtigung von Simulationen, Wirkung von Verbauungen
17:00 – 19:00 Uhr Lawinenerlass: Rechtliche Grundlage, praktische Handhabung in den Sektionen Vbg, Tirol und Sbg


Donnerstag, 03.04.2008

09:30 – 16:00 Uhr Umsetzung des Lawinenerlasses im Schigebiet Ischgl


Freitag, 04.04.2008

09:00 – 11:30 Uhr Geführte Diskussion zum Thema Stellenwert der Lawinensimulation in der Gefahrenzonenplanung und Gutachtertätigkeit, Chancen und Risiken
 
Bericht der Studienreise Der erste (Halb-)Tag der Studienreise war dem Thema „Einsatz von Schneenetzen“ gewidmet. Das von der Sektion Tirol eingerichtete Testfeld am Hafelekar hoch über Innsbruck bot dafür den richtigen Rahmen.
Nach einer detaillierten Vorstellung der Testanlage und der aus den vergangenen beiden Jahren gewonnen Messergebnisse entstand sehr rasch eine Diskussion über den Einsatz von Schneenetzen im Vergleich zu Stahlschneebrücken.

Konsens konnte dahingehend gefunden werden, dass Schneenetze die seit Jahrzehnten bewährten Stahlschneebrücken langfristig nicht ersetzen sollen. Vielmehr geht es darum, Erfahrungen in der praktischen Umsetzung von Schneenetzen und deren Materialeigenschaften zu sammeln. Hier wird die Einbeziehung aller Dienststellen notwendig und sinnvoll sein, um österreichweit einheitliche Standards definieren und Entscheidungskriterien für den Einsatz erarbeiten zu können. Dies auch gerade in Hinblick auf die Ausarbeitung der ON-Regeln zu Schutzbauwerken der Lawinenverbauung.
Abgerundet wurde der erste Tag durch eine Präsentation zur Erneuerung der Nordkettenbahn in Hinblick auf die Lawinensicherheit als Einstieg in das weitere Schwerpunktthema Lawinenerlass.

Der nächste Tag war im ersten Halbtag dem Thema Lawinengefahrenzonenplanung unter Berücksichtigung der Wirkung von Verbauungen sowie von Simulationen und im zweiten Halbtag dem Thema Lawinenerlass gewidmet.
Anhand der beiden Exkursionspunkte Arzleralm-Lawine in der Stadtgde. Innsbruck und der Aherbachlawine, Gde. Gries im Sellrain, zeigte sich sehr schnell wie schwierig die Berücksichtigung von Bauwerken in der Sturzbahn oder im Anbruchgebiet bei der Revision von Gefahrenzonen in Einzugsgebieten ist. Erfüllen die Bauwerke den ihnen zugedachten Schutz beim Bemessungsereignis? Wirken sie gar nur bei den häufigen Ereignissen? Müssen wir Zonen nach Verbauungen zurücknehmen? Ergebnisse von Simulationen standen wagen Chronikaufzeichnungen gegenüber. Wie gehen wir mit starkem Siedlungsdruck im Randbereich von Städten oder größeren Ortschaften um – entscheiden wir alleine aufgrund fachlicher Kriterien? Verständlicherweise konnte nicht auf alle Fragen eine Antwort gegeben werden – zu spezifisch sind die jeweiligen Problemstellungen.
Die intensiven Diskussionen mit erfahrenen und jungen Kollegen haben jedoch für alle einen erweiterten Wissensstand gebracht.
Am späteren Nachmittag startete ein intensiver Block zum Thema Lawinenerlass, der als Basis für den darauf folgenden Tag im Schigebiet von Ischgl dienen sollte.
Nach der Geschichte des Lawinenerlasses und den rechtlichen Grundlagen präsentierte je ein Vertreter der Sektionen Salzburg, Vorarlberg und Tirol die Erfahrungen mit dem Lawinenerlass in den letzten Jahren, teilweise anhand von konkreten Beispielen. Klar zum Ausdruck kam der hohe Sicherheitsstandard, der in den letzten Jahrzehnten in Österreich erreicht wurde. Eine Weiterentwicklung des Lawinenerlasses aufgrund der gemachten Erfahrungen in den letzten Jahren wurde aus verschiedensten Gründen in den Raum gestellt.
Tag 3 führte die Teilnehmer ins Schigebiet von Ischgl, um die praktische Umsetzung des Lawinenerlasses anhand von konkreten Beispielen (3 Ausnahmeverfahren in den letzten Jahren) zu besichtigen und zu erörtern. Im Rahmen der kompetenten Führung durch Vertreter der Silvretta Seilbahn AG wurde uns auch die umfangreiche Arbeit der professionell agierenden Lawinenkommission im Schigebiet vorgestellt.
Am letzten (Halb-)Tag der Studienreise stand eine Diskussion zum Thema „Stellenwert der Lawinensimulation in der Gefahrenzonenplanung und Gutachtertätigkeit – Chancen und Risiken“ auf dem Programm. Nach zwei Impulsreferaten entwickelte sich eine intensive Diskussion. Darin wurde eindeutig festgestellt, dass die Lawinensimulation Stand der Technik ist, dieser sich jedoch fortwährend weiterentwickelt – wie auch unsere Simulationsmodelle. Klar zum Ausdruck kam auch, dass die Simulation immer nur ein Werkzeug zur Entscheidungsfindung bleibt – wenn auch ein, gerade in der jetzigen Zeit, sehr Wichtiges, dem sehr viel (teilweise zu viel) Glauben geschenkt wird – intern wie extern.
Eine Dokumentation der Winterstudienreise erfolgt in einem der nächsten Hefte der Zeitschrift Wildbach- und Lawinenverbau anhand von Berichten zu den einzelnen Themenschwerpunkten.







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