Schutzwald - Waldwirkung
Protection Forest - Forest Function

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Heft 180, Dezember 2017, 81. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

Unterthiner Günther , Blaas Florian

Berg- und Schutzwald-Strategie in Südtirol

Im jungen Nationalstaat Italien wurde im Jahre 1877 eine staatsweite Regelung zum Schutz

vor Erosion vorgesehen, indem im öffentlichen Interesse der „vincolo forestale“ („forstliche

Nutzungsbeschränkung“) für bewaldete und unbewaldete Grundstücke eingeführt wurde. Mit

der Eingliederung von Südtirol in Italien vor fast 100 Jahren wurde dann auch für die Provinz

Bozen das zweite Staatsforstgesetz mit dem „vincolo idrogeologico“, also der Nutzungsbeschränkung

im Hinblick auf Boden und Wasser, ausgedehnt. Aus diesem Grund war eine

eigenständige Schutzwaldstrategie in Südtirol lange nicht notwendig. Weil durch das Autonomiestatut

umfangreiche Kompetenzen, wie eben der Bereich Wald samt Forstbehörde, in die

direkte Zuständigkeit der Provinz Bozen übertragen wurden, und die Entwicklung des gesamten

ländlichen Raumes seit jeher eine wesentliche autonomiepolitische Zielsetzung waren,

wurde in diesem Sektor in den letzten Jahrzehnten sehr viel an Geldmittel investiert. Mit

dem Bergwaldprotokoll der Alpenkonvention, mit der Einführung von Gefahrenzonenplänen,

aber auch aufgrund der Teilnahme an verschiedenen internationalen Projekten, wie „network

mountain forest“ oder das Arge-Alp-Projekt „Ökonomie und Ökologie im Schutzwald“ (2012),

wurde der Ruf nach einer zusätzlichen Differenzierung nach einem mitteleuropäischen Ansatz

der Wirkung der Wälder gegenüber Naturgefahren auch in Südtirol laut. Ausgehend von den

Erkenntnissen des Schweizer Projektes „SilvaProtect“, welches eine landesweite Ausscheidung

der Objekt-Schutzwälder für die gesamte Schweiz zur Folge hatte, wurde auch für Südtirol

eine sogenannte Schutzwaldhinweiskarte erstellt, in der die Schutzfunktion als computergestützte

Modellierung ermittelt wird.

Mountain and protection forest strategy of South Tyrol

In Italy a state-wide regulation for protection against erosion was established in 1877 by the

“vincolo forestale”. With the integration of South Tyrol into Italy approximately 100 years ago,

the province was affected by the second Italian forest law, the “vincolo idrogeologico”, which

includes use restrictions for land owners in context with soil and water. For this reason, a

separate protection forest strategy in South Tyrol was not necessary. With the autonomy status

of South Tyrol, more competence was given to the county government and since then, much

money has been invested in countryside.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
Unterthiner Günther
Abteilung Forstwirtschaft
Brennerstraße 6
39100 Bozen
Blaas Florian
Abteilung Forstwirtschaft
Brennerstraße 6
39100