Gefahrendarstellungen für Massenbewegungen
Hazard Mapping for Mass Movements

Uploaded Picture
Heft 166, Jänner 2011, 74. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

Jaritz Wolfgang , Reiterer Andreas , Wöhrer-Alge Margarete

Der Gefahrenzonenplan Sibratsgfäll: Darstellung von Gefahren durch Hangbewegungen für eine Vorarlberger Gemeinde

In der vorliegenden Arbeit werden die Untersuchungsergebnisse zu Großhangbewegungen im Gemeindegebiet von Sibratsgfäll (Österreich) und die Implementierung dieser Ergebnisse in den Gefahrenzonenplan von Sibratsgfäll vorgestellt. Mithilfe interdisziplinärer Untersuchungsmethoden (geologische, hydrogeologische und geotechnische Kartierung, Aufnahme von künstlichen und natürlichen Bodenaufschlüssen, geophysikalische Untersuchungen mittels Aeorogeophysik und Multielektrodengeoelektrik, bodenphysikalische Untersuchungen an ausgewählten Bodenproben, geodätisches Bewegungsmonitoring – tachymetrische Vermessung und GPS-Vermessung, Photogrammetrie, C-14-Datierung, kinematische und numerische Berechnungen) konnte die Ursache der Hangbewegungen sowie deren Ausdehnung, Tiefe und Mechanik festgestellt werden. Da der überwiegende Teil des Hauptsiedlungsgebietes auf Eisrandsedimenten liegt, welche von Bewegungen betroffen sind, sollte ein Bewertungsschlüssel erarbeitet werden, der eine Selektion dieser Fläche in „für Siedlungszwecke ungeeignet“ bis „für Siedlungszwecke mit Auflagen geeignet“ ermöglicht. Dazu wurden Erhebungen an der bestehenden Bebauung hinsichtlich Bauschäden durchgeführt und eine Beurteilung, ob überwiegend bautechnisch oder geogen verursacht, vorgenommen. Zudem wurde versucht, die Geländeveränderungen – sowohl anthropogener als auch geogener Natur – mittels photogrammetrischer Verfahren zu quantifizieren. In Zusammenschau aller gewonnenen Daten wurden Flächen mit unterschiedlich hohem Gefährdungsgrad ausgewiesen, und diese in den Gefahrenzonenplan als differenzierte Braune Hinweisbereiche integriert.

The hazard zone map for Sibratsgfäll: Hazard mapping of landslides for a community in Vorarlberg

This paper outlines the results of an interdisciplinary study concerning land slides in the municipality of Sibratsgfäll/Austria and the implementation of the results in the hazard map of Sibratsgfäll. Interdisciplinary research methods (geological surveying and mapping methods, exploratory work such as prospect wells, drilling holes and probes, geophysical surveying methods such as aero-geophysics, borehole geophysics and multi-electrode geoelectrics, analysis of selected soil samples, geodetic monitoring - tacheometry and GPS - of movement rates, photogrammetry, radiocarbon dating, kinematic and numerical calculations) provided information about the reason for the mass movements, its spatial extent, its depth and its mechanisms. Since the predominant part of the main settlement area is located on stillwater glacial sediments, which are involved in the mass movements, an evaluation key should be compiled that allows for a selection of areas ranging from “being unqualified for settlement” to “being suited for settlement only under special requirements”. For this purpose, enquiries concerning structural damages on existing buildings and the reason for the damages (anthropogenic or geogenic) were carried out. In addition, an attempt was made to quantify terrain changes of anthropogenic and geogenic origin. For this purpose, photogrammetric techniques were applied to compare the first aerial photographs made in 1950 with the recent aerial survey results. Using all the obtained data, areas with different levels of danger were identified and integrated into the hazard map (in the scale of 1:2000) as differentiated by the brown reference zones.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
Mag. Jaritz Wolfgang
Ziviltechnikergesellschaft Moser/Jaritz
Münzfeld 50
4810 Gmunden
DI Reiterer Andreas
Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Vorarlberg
Rheinstraße 32/4
6900 Bregenz
DI Wöhrer-Alge Margarete
Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Vorarlberg
Rheinstraße 32/4
6900 Bregenz