Naturgefahrenbeobachtung und Monitoring
Monitoring of natural hazard processes

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Heft 173, Juni 2014, 78. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

Frandl Thomas , Tschann Bernhard , Wöhrer-Alge Margarete

Erfahrungen mit Mess- und Warnsystemen im Bundesland Vorarlberg

Während die Entwicklung von Massenbewegungen in der Vergangenheit fast ausschließlich durch periodische oder sporadische Vermessung einzelner Messpunkte dokumentiert wurde, bietet die rasante technologische Entwicklung seit Ende des letzten Jahrtausends neue Möglichkeiten zur Überwachung instabiler Hänge und zur Übertragung der Daten zu den Computern der Naturgefahrenexpertinnen und -experten. Bereits im Jahr 1998 gab es in Vorarlberg erste Überlegungen zur Installation eines Stabilitätsüberwachungs- und Vorwarnsystems am Felssturz Breitenberg in Dornbirn, um eine kritische Situation rechtzeitig erkennen und adäquate temporäre Sicherungsmaßnahmen (z. B. Evakuierung einer gefährdeten Siedlung) durchführen zu können. Im darauffolgenden Jahr 1999 kam es dann in der Gemeinde Sibratsgfäll zur Aktivierung einer Großhangbewegung, welche zahlreiche Gebäude und die gesamte Infrastruktur auf einer Fläche von 1,6 km² zerstörte. Zum selben Zeitpunkt wurde die Felsgleitung Mäßtobel in der Gemeinde St. Gallenkirch aktiv. Ein Abgang der Gesteinsmassen bis in den Suggadinbach würde zu einem Aufstau des Baches und zu einem Murstoss führen, welcher den Ortsteil Galgenul sowie die Zufahrtsstraße zum Ortsteil Gargellen massiv gefährdet. Diese Ereignisse stellten die Initialzündung für die Entwicklung von Mess- und Warnsystemen in Vorarlberg dar.

Experiences with Monitoring and Early Warning Systems in Vorarlberg

In the past time the development of mass movements was documented almost exclusively by periodic or sporadic measurements of single monitoring points. The technological evolution since the end of the last millennium offers new possibilities for the monitoring of unstable slopes and for the transmission of gained data to the computers of the natural hazard experts. First reflections on monitoring of rock stability and the installation of an early warning system in the rockfall area of Breitenberg in Dornbirn were made in Vorarlberg in 1998. The intention was to identify critical situations and to implement temporary measures (e.g. the evacuation of an endangered settlement) in time. A huge landslide which destroyed numerous buildings and the whole infrastructure on an area of 1,6 km² was activated in the community of Sibratsgfäll in 1999. At the same time the rockslide Mäßtobel in the community of St. Gallenkirch impended to dam up the torrent Suggadinbach and to trigger a debris flow. Those events were the decisive factors for the development of monitoring and early warning systems in Vorarlberg.

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DI Frandl Thomas
"Fachbereich Monitoring; WLV; Sektion Vorarlberg, Gbl Bregenz"
Rheinstraße 32/4
6900 Bregenz
Tschann Bernhard
Sommer Messtechnik GmbH
Straßenhäuser 27
6842 Koblach
DI Wöhrer-Alge Margarete
Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Sektion Vorarlberg
Rheinstraße 32/4
6900 Bregenz