125 Jahre Wildbach- und Lawinenverbauung
125 years Torrent and Avalanche Control

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Heft 163, Juni 2007, 73. Jahrgang

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Böhm Reinhard

Geändertes Umfeld durch Klimawandel?

Trotz der geforderten Kürze versucht der Artikel einen in sich konsistenten Überblick über das weite Feld der Klimavariabilität und ihrer in der Vergangenheit gegebenen und für die Zukunft zu erwartenden Trends, Pendelungen und der dahinter liegenden natürlichen und anthropogenen Ursachen zu geben. Trotz der in der öffentlichen Debatte meist betonten massiven Ausformung „des Klimawandels“ (worunter meist der von uns verursachte gemeint ist) erfordern die räumlich und zeitlich sehr variablen Wetter- und Klimaphänomene zunächst eine sehr ernsthafte Auseinandersetzung mit höchsten Qualitätsanforderungen an die Messdaten. Diesem Thema ist der erste Teil gewidmet, der Fragen der Homogenität von Klimazeitreihen diskutiert und Überlegungen über die nötige Stichprobenmächtigkeit anstellt, um zu statistisch signifikanten Aussagen zu kommen, da das „Klimasignal“ meist gut verborgen hinter „nichtklimatologischem Lärm“ ist. Erst dann wird im zweiten Kapitel „der Klimawandel“ skizziert, wobei der Fokus auf den beiden letzten Jahrhunderten, auf dem Großraum Alpen und auf dem Klimaelement Temperatur liegt. Gezeigt wird, wie stark es wann und wo, auf welche Art und Weise und warum in unserer Region wärmer geworden ist, und ob und wie stark wir daran Anteil haben. Im dritten Kapitel wird dann die Reaktion des Niederschlages auf die Erwärmung quantitativ diskutiert und auf die kleinräumig lang- und kurzfristig und auch saisonal durchaus unterschiedlichen säkularen und dekadischen Trends und Pendelungen eingegangen. Das letzte Kapitel schließlich unternimmt den Versuch, den überaus heterogenen Zukunftsaussichten näher zu kommen. Der Unterschied zwischen „Szenarien“ und „Prognosen“ wird diskutiert, die „Härte“ oder „Weiche“ der sogenannten „Fakten des Klimawandels“ werden unter die Lupe genommen und schließlich wird, trotz aller Unsicherheiten und dem diskutierten Forschungsbedarf eine abschließende Auflistung der besser und der weniger gut abschätzbaren regionalen bis lokalen Zukunftsaussichten gegeben.

Modified environment due to climate change?

The article attempts to provide a consistent overview of the wide field of climate variability, its past trends and the respective expectations for the future – along with the natural and anthropogenic causes. Although the public debate usually talks about a massive and clearly seen and felt “climate change”, the temporally and spatially strongly variable weather and climate phenomena require serious and painstaking data handling before they can be used for analysis. The first chapter focuses on problems such as the homogeneity of long-term climate time series, questions of necessary sample width to obtain statistically significant results and other preliminaries which allow for extracting the “climate signal”, which usually is well masked behind clouds of “non-climatic noise”. The second chapter then sketches “the” climatic change. The focus is on the last two centuries, on the greater Alpine region and on the climate parameter temperature. We show how strong the warming of our region has been, whether there were subregionally different evolutions and why our regional warming was stronger than the global average. The third chapter quantitatively describes and discusses the reaction of the climate element precipitation on the warming. Different trends in space and time are shown and set into relation to large scale and regional influences. The last chapter then provides a description and critical discussion of the heterogeneous expectations about the oncoming climate in the remaining part of the 21st century. It discusses the meaning of “projections” and “predictions”, it tries to distinguish between “hard” and “soft” facts of climate change and at the end, in spite of the discussed difficulties, formulates a short list of future expectations about regional climate – again classified into hard and soft “facts”.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
Dr. Böhm Reinhard
Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik, Abteilung für Klimaforschung
Hohe Warte 38
1190 Wien