Sektion Kärnten
Regional management Carinthia

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Heft 164, April 2010, 74. Jahrgang

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Burger Hannes

Lawinensimulation Dobratsch: Erklärungsmodell für historische Ereignisse und Nachweis der Wirkung der Lawinenverbauung

Die Lawinen vom Dobratsch bedrohen seit Jahrhunderten den Ort Bad Bleiberg. Immer wieder fielen den Lawinenabgängen Menschen zum Opfer und wurden große Schäden verzeichnet. Eines der größten und zugleich am besten dokumentierten Lawinenereignisse ist jenes vom 24. Februar 1879 bei dem 39 Menschen den Tod fanden. Die Bleiberger Bevölkerung nahm dieses Ereignis zum Anlass, die Ausschüttungsbereiche genauestens zu kartieren und zerstörte Gebäude nicht wieder zu errichten. Diese eigens durchgeführte „Gefahrenzonenplanung“ zeigte rasch Wirkung, da seit dem Beginn dieser Aufzeichnungen und der konsequenten Freihaltung der Gefahrenbereiche lediglich ein weiteres Todesopfer zu verzeichnen war (1915). Nach nunmehr 25 Jahren der Fertigstellung der Lawinenverbauungen am Dobratsch stehen mit der Lawinensimulation neue Methoden zur Berechnung von Lawinen zur Verfügung, die einen Nachweis der Wirkung der Lawinenverbauung ermöglichen. In der vorliegenden Arbeit wird anhand des Hohentrattenlahners mittels Zusammenschau von Ergebnissen der Lawinensimulation, von Aufzeichnungen historischer Ereignisse und von Daten der Wetterstationen am Dobratsch und in Bad Bleiberg einerseits ein Erklärungsmodell für die historischen Ereignisse erarbeitet und andererseits die Wirkung der Lawinenverbauung gezeigt. Die Ergebnisse werden diskutiert und zukünftiger Verbauungsbedarf aufgezeigt.

Modelling of avalanches from the Dobratsch mountain, modelling for an explanation of historic avalanches and modelling of protection measures

Avalanches from the Dobratsch mountain have been endangering the village of Bad Bleiberg for centuries. Several times people were killed and heavy damage was caused by the avalanches. One of the most catastrophic events happened in 1879, were 39 people lost their lives. The municipality of Bad Bleiberg used the event as a reason to start mapping the deposition outlines of large avalanches and did not permit reconstruction of damaged buildings within these borders. This kind of “hazard mapping” proved to be very effective since only one further person lost his life during the event of 1915. In 1984, the construction of control measures was finished. Now, 25 years later, computer models of snow avalanches are available and can be used to show how these control measures work. The results of this modelling study allow us to explain how the historic events happened on one hand and how the control measures work on the other hand. The results were discussed and further needs of protection measures were shown.

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DI Burger Hannes
Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Kärnten Süd
Meister-Friedrich-Str. 2
9500 Villach