Modellierung von Naturgefahren-Prozessen
Modeling of natural hazard processes

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Heft 169, September 2012, 76. Jahrgang

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Andrecs Peter , Hagen Karl

Methodik zur Bewertung von Naturgefahrenprozessen

Naturgefahrenprozesse sind aufgrund ihres komplexen Wirkungsgefüges schwer zu beurteilen. Eine Möglichkeit zu einem nachvollziehbaren Bewertungsschema zu kommen, besteht in einer vereinfachten, strukturierten Bewertung der einzelnen Einflussgrößen und -parameter des zu beurteilenden Naturgefahrenprozesses. Mit der Entwicklung eines entsprechenden Ansatzes wurde am BFW bereits 2009 begonnen. Im Zuge der Weiterentwicklung des Ansatzes (im Rahmen verschiedener Alpine Space Projekte) wurde im Sommer 2011 eine online-Expertenbefragung durchgeführt, die die Prozesstypen Hochwasser in Wildbacheinzugsgebieten, Muren, spontane Lockersedimentrutschungen, Steinschlag und Lawinen umfasste. Das wichtigste Ergebnis dieser Befragung war die Bewertung der Relevanz maßgeblicher Prozessparameter auf den Gesamtprozess. Dabei zeigte sich, dass klimatische Faktoren bei fast allen untersuchten Prozesstypen höher als einzugsgebiets- oder prozessspezifische Faktoren bewertet wurden. Dies lässt die grundsätzliche Bedeutung des Klimawandels auf Naturgefahrenprozesse erkennen. Die Temperatur (als derzeit einzige, sich nachweislich ändernde Größe des Klimawandels) ist aber nur beim Prozesstyp Lawine bedeutsam, bei den meisten anderen Prozesstypen wurde der Niederschlag am höchsten gewichtet.

Methodology for assessment of natural hazard processes

Natural hazard processes are very complex and therefore difficult to assess. A methodological approach to get a comprehensible evaluation scheme is based on the determination of the relevance of single factors and subfactors (parameters) for specific natural hazard processes. Based on the results achieved in the previous Alpine Space project AdaptAlp, the BFW performed an online-Expert-Survey in summer 2011 which included questions on flood events in torrents, debris flows, spontaneous landslides in loose material, rockfall and avalanches. The assessment of the parameters shows that for most processes climatic factors are rated higher than catchment-specific or process-specific factors. This suggests a considerable role of climate change in natural hazard processes. However, presently temperature is the only provable parameter in relation to climate change and this parameter only influences the process type “avalanche” significantly, whereas precipitation is rated highest for the other natural hazard processes.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
DI Dr. Andrecs Peter
BFW, Institut für Naturgefahren und Waldgrenzregionen
Hauptstraße 7
1140 Wien
DI Hagen Karl
Forstliche Bundesversuchsanstalt, Institut für Lawinen- und Wildbachforschung
Hauptstraße 7
1140 Wien