125 Jahre Wildbach- und Lawinenverbauung
125 years Torrent and Avalanche Control

Uploaded Picture
Heft 163, Juni 2007, 73. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

Kirnbauer Robert

Resilient gegen Risiken durch Anpassungsstrategien: Paradigmen im Wandel

"Tradition und Kontinuität stehen in einem anachronistischen Verhältnis zu den Anpassungsstrategien und angesagten, in die Zukunft gerichteten Paradigmenwechseln. Anders ausgedrückt geht es um die Frage: „Taugt der alte Hut noch oder brauch ich einen modischen neuen?“ In der sich immer schneller drehenden Spirale politischer Strömungen und eines progressiven Innovationsdrucks sind staatliche Institutionen mit politischen und gesellschaftlichen Anforderungen konfrontiert, für die sie ursprünglich nicht gegründet worden sind. Das 125. Gründungsjubiläum des Forsttechnischen Dienstes für Wildbach- und Lawinenverbauung (WLV/die.wildbach), einer der auf eine lange historische Entwicklung zurückblickenden Traditionsbetriebe der Republik, fällt mit dem „Darwin-Jahr“ zusammen; es ist also fast eine Ironie des Zufalls, dass die Zukunftsvisionen des Naturgefahrenmanagements im Allgemeinen und des Unternehmens WLV im Besonderen „Evolution“ und „Adaption“ lauten. Das Breitbandmittel zur Erreichung dieser Visionen sind Strategien. Strategien bilden grundsätzlich die Voraussetzung für planmäßiges und zielgerichtetes Handeln, inflationäre Strategieentwicklung führt jedoch zur „Marktsättigung“ und Stagnation in der Umsetzung. Der Beitrag behandelt – mit einem leichten Augenzwinkern – zwei grundlegende Fragen: Wie weit hat das Paradigma der Anpassungsstrategie im Naturgefahrenmanagement noch Gültigkeit oder ist ein Wechsel („Change“) im Denken erforderlich? Welche Strategien machen das Unternehmen WLV in einem sich verändernden Umfeld tatsächlich „resilient“ gegen die existenziellen Risiken der Zukunft?"

Resilience for risks by strategy adaptation: Change in paradigm

"The relation between tradition and continuity on the one hand and adaptation strategies and declared changes of paradigm on the other hand seems to be anachronistic. In other words, it is all about the question: “Is the old dress good enough or do we need a fashionable new one?” Captured in a fast-moving progress of new trends and under growing pressure by the innovative drive, public institutions face new political and social challenges for which they were not originally founded. The 125th anniversary of the Austrian Torrent and Avalanche Control Service (WLV/die.wildbach), one of the traditional national enterprises with a long history, coincides with the “Darwin-year”; thus no fortuitism is necessary to notice that, ironically, the political visions for natural hazard management in general, and for the institution WLV in particular, are “evolution” and “adaptation”. The universal remedy for the realization of theses visions is the “strategy”. Strategies are the prerequisite for scheduled and purposeful action. Nevertheless an “inflation” of strategy papers has recently brought about a kind of “market saturation” and impedes the realization of these strategies. In these papers two fundamental questions are discussed (with a slight wink): Is the paradigm of “adaptation strategy” in natural hazard management still applicable or do we need a “change” in thinking? Which strategy is really suitable for the WLV enterprise in order to make it resilient against existential future risks?"

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
Dr. Kirnbauer Robert
Institut für Wasserbau und Ingenieurhydrologie, Technische Universität Wien
Karlsplatz 13/222
1040 Wien