Aus der Praxis - Für die Praxis
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Heft 176, Dezember 2015, 79. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

MOSER Markus , Anker Franz , Hasenauer Michael

Welche Wassermenge kann eine Wasserhaltung schadlos abführen? Informations- und Warnkonzept zur Baustellensicherung mit Hilfe von Simulationen und direkten Geschwindigkeits- und Abflussmessungen

Im Zuge der Realisierung von Hochwasserschutzbauten sind umfangreiche Wasserhaltungsmaßnahmen

mittels Rohren oder Stahlrinnen erforderlich. Bei größeren Gebirgsflüssen reichen

diese oft nicht aus, sodass eine Teilausleitung im Gerinne selbst notwendig ist. Diese

Gewässerabschnitte sind auch durch einen sehr hohen Basisabfluss in Verbindung mit kurzen

Niederschlagsereignissen geprägt und stellen daher für die Baustelle eine besondere Herausforderung

dar. Im Ortszentrum von Saalfelden wurde im Zuge des Verbauungsprojektes

„Urslau“ der Gerinnequerschnitt vergrößert. Die notwendige Wasserhaltung war aufgrund der

engen Platzverhältnisse eine schwierige Aufgabe. Realisiert wurde eine Teilausleitung im Gerinne

selbst, sodass abwechselnd an der linken und rechten Ufermauer „im Trockenen“ gearbeitet

werden konnte. Die Wasserhaltung selbst konnte keineswegs einen Bemessungsabfluss

schadlos abführen, bereits bei kleineren und mittleren Abflussereignissen kam es zu kritischen

Situationen. Zur Baustellensicherung war deshalb ein Informations- und Warnkonzept mit Hilfe

von numerischen Simulationen, direkten Geschwindigkeits- und Abflussmessungen und einem

Notfallplan zum kontrollierten Fluten notwendig. Die Frage für die arbeitenden Personen

war, ab welchem Abfluss die „Schleuse“ zu öffnen sei? Als Lösung wurde eine Kombination

von Abflusspegel in Maria Alm zur Onlineüberwachung des Wasserstandes mit SMS-Meldung

bzw. Abfragemöglichkeit auf der Baustelle hinsichtlich der zu erwartenden Wassermenge und

die Festlegung des kritischen Abflusses sowie die Wirkungsweise des Einlauftrichters, der Rampe

(Sinuidalschwelle), der Verengungen und der Wechselsprungeffekte für die Schleusenöffnung

mittels numerischer 1-D Simulation umgesetzt. Die Berechnungen wurden durch Geschwindigkeits-

und Abflussmessungen im Bereich der Wasserhaltung auf Plausibilität geprüft.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
DI MOSER Markus
Fachbereich Wildbachprozesse; Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Lungau
Johann Löcker Str. 3
5580 Tamsweg
DI Anker Franz
WLV Pinzgau
Schmittenstraße 16
5700 Zell am See
Hasenauer Michael
Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Pinzgau
Schmittenstraße 16,
5700 Zell am See