Schutz vor Naturgefahren - Ökologische Aspekte
Protection against natural hazards - ecological aspects

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Heft 182, Dezember 2018, 82. Jahrgang

Holen Sie sich einen Kleinen Einblick aus unserem Aktuellem Journal

von der Thannen Magdalena , Rauch Hans Peter , Lampalzer Thomas , Hufnagl Hansjörg

Zur Ökobilanz von Schutzbauwerken. Ein Fallbeispiel mit Varianten.

In der Bauwirtschaft gewinnt die Ökobilanz mit dem Thema Energie- und Ressourceneffizienz

immer mehr an Bedeutung und hält mit der neuen EU-Vergaberichtlinie auch Einzug

in die Ingenieurpraxis. Neben einer Lebenszykluskostenrechnung werden auch jene

klimabelastenden Kosten berücksichtigt, die durch die Errichtung des Bauwerks entstehen.

Bauwerke werden über den gesamten Lebenszyklus energetisch betrachtet. Seit 2015 wird

diese Fragestellung in einem vom Klima und Energiefond finanzierten Forschungsprojekt

an der Universität für Bodenkultur Wien behandelt. Ziel ist die ökologische Bewertung von

unterschiedlichen Schutzbauwerken anhand des Energieaufwandes und der Treibhausgasbelastung.

Grundlage dabei ist eine Lebenszyklusanalyse (LCA), die von der Baustoffgewinnung

über die Bauwerkserrichtung bis zur Erneuerung des Bauwerkes die Energie- und

Treibhausgasbilanz abbildet. Für die Fallstudien wurde ein Verbauungsabschnitt mit Querbauwerken

in Holz- und Betonbauweise im Einzugsgebiet des Oselitzenbaches, Kärnten,

gewählt. Datengrundlage waren Bauberichte der regional zuständigen Gebietsbauleitung.

Aufbauend auf diesen Berichten wurden für den Vergleich der Baustoffe Holz und Beton

Varianten mit unterschiedlichen Transportdistanzen gewählt. Die Ergebnisse zeigen, dass

die Holzbauwerke in der Errichtungsphase besser bilanzieren. Unter Berücksichtigung des

Betrachtungszeitraums von 80 Jahren und fiktiv erhöhter Transportdistanzen bilanzieren die

Betonwerke hinsichtlich des kumulierten Energieaufwandes insgesamt allerdings besser als

die Holzbauwerke. Damit zeigt sich, dass die untersuchten Holzbauwerke per se nicht ökologischer

sind als Betonbauwerke. Um eine positive ökologische Bilanz bei der Errichtung

von Holzbauwerken zu erreichen, ist großer Wert auf die Regionalität des Baustoffes und

der damit verbundenen geringen Transportdistanzen zu legen. Die Ergebnisse sollen dazu

anregen Arbeitsweisen sowie der Material- und Maschineneinsatz zu optimieren. Die hier

vorgestellte LCA-Methode ist nicht nur zur ökologischen Nachkalkulation einer Baustelle,

sondern vor allem als Steuerungsinstrument zur Minimierung von Umweltauswirkungen

alpiner Schutzbauwerke gedacht.

Environmental Life Cycle Assessment of alpine protective structures by the means of a case study

Life Cycle Assessment in the construction industry is becoming increasingly important regarding

the topic of energy and resource efficiency and is also making its way into engineering practice

with the new EU public procurement directive. Additionally, to life cycle costing, the costs

incurred due to the external effects of the environmental impact are also taken into account.

Structures are considered energetically over the entire life cycle. Since 2015, this issue has

been addressed in a research project funded by the Austrian Climate Research Programme.

The aim is an ecological assessment of various alpine protective structures regarding the

energy consumption and the greenhouse effect. The basis for this is a life cycle assessment

(LCA) model, which depicts the energy and greenhouse gas balance including the extraction

of materials, the construction of the structures and the renovation of the structures. In the case

study, a construction section with consolidation barriers in timber and concrete construction,

in the catchment area of the Oselitzenbach in Carinthia, was chosen. As the underlying data,

construction reports were provided by the regional construction management. Based on these

reports, variants with different transport distances were defined for the comparison of the

different structures with building material wood and concrete. The results indicate that the

wooden structures, as expected, show better balances in the construction phase than the

concrete structures. Taking into account the observation period of 80 years and the increased

transport distances, the concrete structures show better results regarding the cumulative

energy demand than the wooden structures. This demonstrates that wooden structures per se

are not always the ecological alternative. In order to achieve a positive ecological balance in

the construction of wooden structures, great importance is attached to the regionality of the

building material and the associated short transport distances. These results should encourage

practitioners in optimising construction processes, working methods and use of materials and

machines. The applied LCA-method not only serves for the environmental post-calculation of

a construction site, but can also be used in the future as a management tool for minimizing

environmental impacts of alpine protective structures.

Bei Fragen zu diesem Artikel wenden Sie sich bitte direkt an den Autor:
DI DI von der Thannen Magdalena
Universität für Bodenkultur Wien
Peter-Jordan-Straße 82
1190 Wien
Univ. Ass. DI Dr. Rauch Hans Peter
Institut für Ingenieurbiologie und Landschaftsbau, Department Bautechnik und Naturgefahren Universität für Bodenkultur Wien
Peter Jordan Straße 82
1190 Wien
Dr. phil. Lampalzer Thomas
"Wildbach- und Lawinenverbauung; Gbl.Wien, Burgenland und Niederösterreich Ost "
Neunkirchner Straße 125
2700 Wiener Neustadt
DI Hufnagl Hansjörg
Forsttechnischer Dienst für Wildbach- und Lawinenverbauung, Gebietsbauleitung Mittel- und Unterkärnten
Meister-Friedrich-Straße 2
9501 Villach